Die aktu­elle Phase des bun­des­wei­ten ent­wick­lungs­po­li­ti­schen Promotor*innenprogramms https://​www​.einewelt​-pro​mo​to​rin​nen​.de wird zum Ende des Jah­res 2021 abge­schlos­sen sein.

Die 16 Lan­des­netz­werke und die Pro­gramm­trä­ger – die Arbeits­ge­mein­schaft der Eine Welt-Lan­des­netz­werke in Deutsch­land (agl) e.V. und die Stif­tung Nord-Süd-Brü­cken (SNSB) – sind bei den Vor­be­rei­tun­gen für die nächste Phase. Zu dem Pro­gramm kön­nen Sie sich auch bei https://​bran​den​burg​-ent​wi​ckeln​.de/ informieren.

Die finan­zi­elle För­de­rung des Pro­gramms erfolgt durch das För­der­pro­gramm Ent­wick­lungs-poli­ti­sche Bil­dung von Enga­ge­ment Glo­bal GmbH und für Bran­den­burg durch das Minis­te­rium der Finan­zen und für Europa des Lan­des (MdFE).

Die Stif­tung Nord-Süd-Brü­cken und VENROB e.V. ver­öf­fent­li­chen hier­mit die Aus­schrei­bung von fünf (Teilzeit)Stellen für Fachpromotor*innen im Land Brandenburg.

Dafür ste­hen 3,5 Voll­zeit­äqui­va­lente (VZÄ) zur Ver­fü­gung. Ihre Wun­schop­tion bzgl. Stel­len­um­fang im Bereich 0,5 bis 0,7 VZÄ müs­sen die Antrag­stel­len­den ange­ben. Die tat­säch­li­che Über­ein­stim­mung mit dem letzt­lich ver­füg­ba­ren Stel­len­um­fang in Bran­den­burg stel­len VENROB und SNSB soli­da­risch mit den Anstel­lungs­trä­gern bzw. Stellen-inhaber*innen her.

Um die Sicht­bar­keit von migran­tisch-dia­spo­ri­schen Ver­ei­nen (MDO-MSO) zu erhö­hen und ihre ent­wick­lungs­po­li­ti­schen Kom­pe­ten­zen im zivil­ge­sell­schaft­li­chen Spek­trum zu stär­ken sowie gemein­same Arbeits- und Qua­li­fi­zie­rungs­er­fah­run­gen zu för­dern, hat sich VENROB zu einem Pilot­ver­such ent­schlos­sen, indem „Tandem“-Bewerbungen begrüßt werden.

Dabei bewer­ben sich ein MDO-MSO Ver­ein inhalt­lich abge­stimmt mit einem ande­ren Ver­ein auf eines der fünf Stel­len­pro­file. Für das mit sei­ner Bewer­bung erfolg­rei­che Tan­dem wer­den je eine 0,6 Voll­zeit­stelle plus ent­spre­chende Sach­kos­ten zur Ver­fü­gung gestellt. Antrag­stel­lende auf ein Tan­dem kön­nen in ihrer Bewer­bung ange­ben, ob sie gege­be­nen­falls – das heißt beim Nicht­er­folg als Tan­dem – sich auch ein­zeln auf die­ses Stel­len­pro­fil bewer­ben möchten.

Die Bewer­bungs­frist endet am 12. Juni 2021.

Eine pari­tä­tisch mit drei Per­so­nen aus der Stif­tung Nord-Süd-Brü­cken und drei von VENROB benann­ten unab­hän­gi­gen Expert*innen besetzte Kom­mis­sion (die nicht Antrag­stel­lern ver­pflich­tet sein dür­fen) wird über die Anträge entscheiden.

Die För­de­rung steht unter dem Vor­be­halt der Finanzierung!

 

Übergreifende Zielstellung im Land Brandenburg

Eine Welt-Promotor*innen im Land Bran­den­burg wer­den im Pro­gramm (2022 bis 2024) an den Her­aus­for­de­run­gen in ent­wick­lungs­po­li­ti­schen The­men­fel­dern gemein­sam wei­ter­ar­bei­ten und dabei die klein­städ­tisch-länd­li­chen Regio­nen des Lan­des beson­ders berücksichtigen.

Die zen­trale Fra­ge­stel­lung dafür lau­tet: Wel­che Rolle kann das Land Bran­den­burg, ins­be­son­dere seine Zivil­ge­sell­schaft spie­len, um lan­des­po­li­ti­sche und regio­nal-lokale Ver­än­de­run­gen aus der Per­spek­tive glo­ba­ler Gerech­tig­keit zu befördern?

Eine Welt-Promotor*innen akti­vie­ren für Eine Welt-Enga­ge­ment. Sie brin­gen ent­wick­lungs-poli­ti­sche The­men auf die Agen­den und geben Impulse für glo­bal ver­ant­wort­li­ches Den­ken und Han­deln. Durch Bera­tung und Qua­li­fi­zie­rung unter­stüt­zen sie Men­schen dabei, Enga­ge­ment zu ent­wi­ckeln und wir­kungs­voll ein­zu­set­zen. Sie ver­net­zen Akteur*innen und schaf­fen damit auch neue Mög­lich­kei­ten des Enga­ge­ments. Mit Multiplikator*innen aus rele­van­ten gesell­schaft­li­chen Berei­chen und Struk­tu­ren set­zen sie Pro­jekte in die Tat um. Promotor*innen leis­ten bzw. unter­stüt­zen ent­wick­lungs­po­li­ti­sche Bei­träge für eine welt­of­fene Gesellschaft.

Sie brin­gen ihre ent­wick­lungs­po­li­ti­schen Kom­pe­ten­zen in die für ihr Schwer­punkt­thema rele­van­ten Struk­tu­ren und Pro­zesse auf Lan­des­ebene ein. Für ihre Koope­ra­tio­nen im Bun­des­land spie­len die Pro­gramme „Stär­kung der ent­wick­lungs­po­li­ti­schen Bil­dungs- und Inlands­ar­beit in Bran­den­burg durch kirch­li­che Eine-Welt-Arbeit“ und „Weltoffen.Solidarisch. Dia­lo­gisch“ eine beson­dere Rolle. Alle Promotor*innen sind in einem der Fach­fo­ren der Arbeits­ge­mein­schaft der Eine Welt – Lan­des­netz­werke in Deutsch­land e.V. (agl) aktiv.

 

Profilbeschreibung /​ Themencluster

Globales Lernen als Transformative Bildung

Die/​der Fachpromotor*in qua­li­fi­ziert und ver­netzt Akteure des Glo­ba­len Lernens/​BNE in Bran­den­burg. Sie/​er bringt Glo­ba­les Lernen/​BNE in die Breite und wird vor allem bei der Fort­bil­dung von Lehrer*innen, ande­ren Pädagog*innen und außer­schu­li­schen Referent*innen die Ziele, Ansätze und Metho­dik-Didak­tik des Glo­ba­len Ler­nens ein­brin­gen. Dabei ist sie/​er Ansprechpartner*in für das Lan­des­in­sti­tut für Schule und Medien Ber­lin-Bran­den­burg. Sie/​er unter­stützt den Zugang von Anbie­tern Glo­ba­len Ler­nens zu außer­schu­li­schen und schu­li­schen Lernorten.

Sie/​er stärkt ins­be­son­dere den „Whole School Ansatz“ in Schu­len und beför­dert die Umset­zung des KMK-BMZ-Ori­en­tie­rungs­rah­mens „Glo­ba­les Ler­nen“ und des Lan­des­ak­ti­ons­plan BNE Bran­den­burg im Schul­sys­tem des Landes.

 

Entwicklungspolitisches Empowerment von MDO-MSO /​ Flucht und Migration als entwicklungspolitische Themen

Es gilt, das viel­fäl­tige Poten­tial der im Bun­des­land leben­den und neu­an­kom­men­den Men­schen noch umfang­rei­cher und wir­kungs­vol­ler für die Her­aus­for­de­run­gen des Eine-Welt-Enga­ge­ments ein­zu­be­zie­hen. Der/​die Fachpromotor*in unter­stützt ent­wick­lungs­po­li­tisch aktive oder inter­es­sierte Migrant*innenorganisationen in Bran­den­burg, um ihre Teil­habe am Eine-Welt-Gesche­hen und ihre ent­wick­lungs­po­li­ti­schen Kom­pe­ten­zen zu stär­ken. Sie/​er regt ihre Koope­ra­tio­nen mit ent­wick­lungs­po­li­ti­schen Ver­ei­nen vice verca an. Sie/​er the­ma­ti­siert aus ent­wick­lungs­po­li­ti­scher Per­spek­tive die Ursa­chen von Flucht und Migra­tion. The­ma­ti­siert wer­den auch die glo­ba­len Aus­wir­kun­gen von Pan­de­mien, ins­be­son­dere Corona.

Der/​die Fachpromotor*in zeich­net sich durch ent­wick­lungs­po­li­ti­sches Fach­wis­sen und durch Erfah­run­gen in der macht- und ras­sis­mus­kri­ti­schen Bil­dungs­ar­beit aus.

 

Stärkung von Partnerschaften und internationalen Kooperationen

Soli­da­ri­sche Part­ner­schaf­ten und gleich­be­rech­tigte inter­na­tio­nale Koope­ra­tio­nen sind wich­tige Aspekte, um die UN-Agenda 2030, ins­be­son­dere das SDG 17 umzu­set­zen. Dies­be­züg­lich aktive Ver­eine, Pro­jekte, Kom­mu­nen, Schu­len u.a. in Bran­den­burg wer­den durch die/​den Fachpromotor*in unter­stützt. Neue Akteure in die­sem Feld wer­den moti­viert und ent­wick­lungs­po­li­tisch qualifiziert.

Es gilt die jeweils eigene Glo­bale Welt Per­spek­tive in der eige­nen Gesell­schaft wahrzu-neh­men. Auf die­ser Basis stärkt der/​die Fachpromotor*in sol­che Akteure bei deren Sen­si­bi­li­sie­rung von Öffent­lich­keit und Entscheidungsträger*innen für die welt­weite Her­aus-for­de­run­gen und Kri­sen wie Kli­ma­wan­del, Flucht und Migra­tion in ihrer Kom­ple­xi­tät, Digi­ta­li­sie­rung und Aus­wir­kun­gen von Pan­de­mien wie z.B. Corona. Sie/​er betei­ligt sich an der Erar­bei­tung von kon­kre­ten Hand­lungs­stra­te­gien; z.B. Städte- und Kli­ma­part­ner­schaf­ten, Fair-Trade-Towns, Glo­bal Nach­hal­tige Kom­mu­nen etc. Die/​der Fachpromotor*in stärkt die Ver­net­zung des The­men­fel­des in Bran­den­burg, u.a. über die Baru­ther Schlossgespräche.

 

Stärkung entwicklungspolitischer Themen in Nachhaltigkeitsprozessen Brandenburgs

Eine nach­hal­tige Ent­wick­lung muss Glo­ba­li­sie­rung auch vor Ort kon­krete Lösun­gen ent­ge­gen­set­zen, ohne die glo­bale Per­spek­tive aus den Augen zu ver­lie­ren. Wel­che Aus­wir­kun­gen haben Bran­den­bur­ger Ent­wick­lungs­pro­zesse auf Nord-Süd-Ver­hält­nisse und vice verca?

Bewer­bun­gen bezie­hen sich auf eine selbst­ge­wählte Region, min­des­tens auf einen Land­kreis. Dort sol­len Fort­schritte in Rich­tung einer glo­bal nach­hal­ti­gen Region erfol­gen, die als „good-/best-prac­tice“ ande­ren Regio­nen Bran­den­burgs aktiv zur Ver­fü­gung gestellt werden.

Der/​die Fachpromotor*in akti­viert des­halb die Zivil­ge­sell­schaft sowie wei­tere Akteure und arbei­tet an ihrer Ver­net­zung. Die Ein­bin­dung die­ser regio­na­len Vor­ha­ben in die Nach­hal­tig­keits­stra­te­gie Bran­den­burgs wird beson­ders unter­stützt. Sie/​er sorgt für die Beach­tung und Stär­kung ent­wick­lungs­po­li­ti­scher The­men bei regio­na­len Nach­hal­tig­keits-vor­ha­ben und ‑stra­te­gie­pro­zes­sen. Dazu gehö­ren ent­wick­lungs­be­zo­gene Qua­li­fi­zie­rungs-ange­bote für Nach­hal­tig­keits­ak­teure, der über­re­gio­nale Erfah­rungs­aus­tausch und Kompetenztransfer.

 

Gerechtes Wirtschaften und nachhaltiger Konsum

Inhalt­lich liegt hier der Schwer­punkt bei der Sen­si­bi­li­sie­rung für und der Durch­set­zung von sozia­len und öko­lo­gi­schen Kri­te­rien bei glo­ba­ler Pro­duk­tion, Beschaf­fung der öffent­li­chen Hand, dem Kon­sum, Ein­kauf etc. Glo­ba­ler Res­sour­cen­ver­brauch und des­sen öko­lo­gi­sche und soziale Fol­gen oder die damit ver­bun­de­nen Men­schen­rechts­kon­flikte sind eben­falls Aspekte die­ses Schwer­punkts. Unge­rechte Arbeits­be­din­gun­gen im Glo­ba­len Süden, Pro­bleme bzgl. glo­ba­ler Lie­fer­ket­ten, Ernäh­rungs­sou­ve­rä­ni­tät, faire und nach­hal­tige Kon­su­m­al­ter­na­ti­ven u.ä. wer­den the­ma­ti­siert, u.a. am Bei­spiel der Aus­wir­kun­gen der Corona-Pandemie.

Der/​die Fachpromotor*in unter­stützt rele­vante zivil­ge­sell­schaft­li­che Struk­tu­ren wie Eine-Welt-Läden, Ernäh­rungs­räte u.ä., auch bei der Gewin­nung neuen Enga­ge­ments. Ange­spro­chen und bera­ten wer­den Entscheidungsträger*innen in Poli­tik, Ver­wal­tung ins­be­son­dere auf kom­mu­na­ler Ebene sowie in der Wirt­schaft. Unter­stützt wer­den Ansätze/​Handlungsoptionen/​ Stra­te­gien, wie diese Akteurs­grup­pen ent­wick­lungs­po­li­tisch ori­en­tierte Ver­ant­wor­tung in ihren je eige­nen Wir­kungs­fel­dern über­neh­men kön­nen, so z.B. bei For­men der soli­da­ri­schen Ökonomie/​Landwirtschaft, bei der öffent­li­che Auf­trags­ver­gabe, im Fai­ren Han­del, bei fai­ren und nach­hal­ti­gen Wert­schöp­fungs­ket­ten. Der/​die Fach-promotor*in stärkt die Ver­net­zung in Bran­den­burg als ent­wick­lungs­po­li­tisch rele­van­tes Themenfeld.

Auf der Basis des Rah­men­kon­zepts des bun­des­wei­ten Pro­gramms wird

- wie in allen Bun­des­län­dern auch in Bran­den­burg die Koor­di­na­ti­ons­stelle bei dem Lan­des­netz­werk eingerichtet.

- bei VENROB eine Promotor*innenstelle (Teil­zeit) für Infor­ma­tion, Qua­li­fi­zie­rung, Bera­tung angesiedelt.

 

Förderbedingungen

Anträge kön­nen im Land Bran­den­burg ein­ge­tra­gene oder hier seit min­des­tens drei Jah­ren ent­wick­lungs­po­li­tisch tätige, gemein­nüt­zige Ver­eine stel­len. Eine Mit­glied­schaft im VENROB ist nicht Voraussetzung.

Es muss erkenn­bar wer­den, dass ein aus­ge­wähl­ter Trä­ger­ver­ein zu Fol­gen­dem wil­lens und in der Lage ist:

  • Er ent­schei­det, wel­che Per­son als Promotor*in ein­ge­setzt wird und stellt diese gemäß der Ver­gü­tungs­vor­ga­ben des Pro­gramms (i.d.R. TVöD 11) an. Eine Stelle darf nur mit einer Per­son besetzt sein. Ver­eine, die erst­mals eine Promotor*innenstelle erhal­ten, müs­sen die Stel­len grund­sätz­lich ausschreiben.
  • Er gewähr­leis­tet die Umset­zung des vor­ge­leg­ten Kon­zepts und der darin ent­hal­te­nen Maß­nah­men durch die/​den Promotor*in. Die spe­zi­fi­schen Wirk­wege und Pro­jekt­ak­ti­vi­tä­ten, die dem Kon­zept zugrunde lie­gen, wer­den Anfang 2022 mit VENROB, der Gruppe der Eine-Welt-Promotor*innen in Bran­den­burg und der Stif­tung Nord-Süd-Brü­cken erarbeitet.
  • Er ist ver­ant­wort­lich für die jähr­li­chen Berichte (Finanz- und Sachbericht).
  • Er gewähr­leis­tet die ver­bind­li­che Teil­nahme und Mit­ar­beit der Promotor*in an pro­gramm-rele­van­ten Maß­nah­men (v.a. des Begleit­pro­gramms in Bran­den­burg, jähr­lich eine Klau­sur und ein mehr­tä­gi­ges bun­des­wei­tes Promotor*innen-Treffen) sowie die Mit­ar­beit der/​des Promotor*in an einem Fach­fo­rum der agl
  • Er ver­pflich­tet sich zur Sicht­bar­keit der Arbeit der Promotor*in in den Öffent­lich­keits-mate­ria­lien des Ver­eins ent­spre­chend der Pro­gramm­vor­ga­ben und der Anfor­de­run­gen der Förderinstitutionen.
    Weiß posi­tio­nierte Promotor*innen ohne Ras­sis­muser­fah­rung, die noch an kei­nem Anti-Ras­sis­mus-Trai­ning teil­ge­nom­men haben, sind ver­pflich­tet, an einem sol­chen teilzunehmen.

Aus­schrei­bung – Eine-Welt ‑Promotor*innenprogramm Bran­den­burg 2022 – 2024 (PDF)
Antrags­for­mu­lar zur Aus­schrei­bung für das Eine-Welt-Promotor*innen- Pro­gramm 2022 – 2024 im Land Bran­den­burg (PDF)
Antrags­for­mu­lar zur Aus­schrei­bung für das Eine-Welt-Promotor*innen- Pro­gramm 2022 – 2024 im Land Bran­den­burg (DOCX)