Am 9. Oktober 2026 traf sich der Round Table Entwicklungspolitik Brandenburg (RTEP) im Kulturhaus Babelsberg in Potsdam. Unter dem Leitthema „Transformation der Entwicklungspolitik“ kamen rund 60 Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft, Landesregierung, migrantischen Organisationen, Bildung, Wirtschaft und Verwaltung zusammen, um aktuelle Herausforderungen und Perspektiven für eine globale Gerechtigkeit in einem Wandel zu diskutieren.
Im Auftakt format einer Fishbowl-Diskussion wurden die tiefgreifenden Finanzkürzungen, die wachsende Legitimitätskrise internationaler Zusammenarbeit sowie die zunehmende Belastung zivilgesellschaftlicher Strukturen thematisiert. Zugleich wurde deutlich: Entwicklungspolitik muss Ungleichheit, Machtasymmetrien und koloniale Kontinuitäten stärker in den Mittelpunkt rücken – und globale Verantwortung mit lokaler Teilhabe, Klimagerechtigkeit und demokratischer Bildung verbinden.
Ein besonderer Fokus lag auf der Rolle migrantischer Selbstorganisationen. Sie bringen wertvolle transnationale Erfahrungen, Netzwerke und Expertise ein, benötigen jedoch verlässliche Finanzierung, zugängliche Räume und echte Mitbestimmung. Auch die Stärkung des Ehrenamts, der Erhalt dezentraler Strukturen und eine zukunftsfähige Wirtschaftspolitik mit nachhaltiger Beschaffung, regionaler Wertschöpfung und Ernährungssouveränität wurden als zentrale Handlungsfelder benannt.
Die Berichte der Landesregierung und aus Berlin zeigten Anschlusspunkte in den Bereichen Klimaschutz, Landesnachhaltigkeitsstrategie, nachhaltige Beschaffung, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Migration und Integration. Die Zivilgesellschaft begrüßte einzelne Fortschritte, forderte jedoch zugleich mehr politische Präsenz, verbindliche Beteiligung und die Fortschreibung der entwicklungspolitischen Leitlinien des Landes.
Als zentrale Ergebnisse des Tages wurden mehr Vernetzung – insbesondere mit Kommunen, Wirtschaft, Berlin und migrantischen Communities –, der weitere Ausbau der vier VENROB-Cluster sowie eine stärkere Einbindung junger Menschen formuliert. Zudem soll die Frage nach der Zukunft internationaler Zusammenarbeit „nach 2030“ frühzeitig auf die Agenda des nächsten Round Tables genommen werden.





